Cash Conversion Cycle: 5 Methoden zur Optimierung

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Wie steht es eigentlich um die Kapitaleffizienz Deines Unternehmens? Gerade in Krisenzeiten kann der richtige Umgang mit dem eigenen Kapital für den Erfolg einer Firma ausschlaggebend sein und am Ende des Jahres einen großen Unterschied in der Bilanz ergeben. Eine wichtige Kennzahl für die Kapitaleffizienz eines Unternehmens ist der sogenannte Cash Conversion Cycle (deutsch: Geldumschlagsdauer, auch Cash-to-Cash Zyklus)

Der Cash Conversion Cycle (CCC) bezeichnet im betriebswirtschaftlichen Controlling die Dauer zwischen Investitionen und Verkäufen. Er beginnt mit dem Umwandeln von flüssigem Kapital in gebundenes Kapital und endet wieder in einsetzbarem Kapital. Der Cash-to-Cash Zyklus beginnt beispielsweise mit der Begleichung einer Rechnung für Rohstoffe oder Materialien. Er endet mit der beglichenen Rechnung der Kund:innen für den Kauf des Produkts. Die Geldumschlagsdauer kann wichtige Hinweise auf die Wirtschaftlichkeit und den Umgang eines Unternehmens mit Liquidität geben.

Selbstverständlich gibt es Methoden, mit deren Hilfe sich der Cash Conversion Cycle optimieren und die Geldumschlagsdauer verringern lassen. Dazu gibt es in diesem Beitrag fünf praktische Tipps und Tricks, mit der Du die Wirtschaftlichkeit Deines Unternehmens steigern und den Cash Conversion Cycle verbessern können.

Das Thema kurz und kompakt

  • Der Cash Conversion Cycle (CCC) wird auf Deutsch als Geldumschlagsdauer bezeichnet.
  • Der CCC bezeichnet die Dauer zwischen Investitionen und Verkäufen eines Unternehmens.
  • Um den Cash-Conversion-Zyklus zu berechnen, werden DSO (Days Sales Outstanding) und DIO (Days Inventory Outstanding) addiert und DPO (Days Payable Outstanding) subtrahiert.
  • Aus den Geldumschlagsdauer-Kennzahlen können wichtige Rückschlüsse auf Wirtschaftlichkeit und den Umgang eines Unternehmens mit Liquidität gezogen werden.

Die wichtigsten Komponenten des Cash Conversion Cycles

Der CCC lässt sich auf die Komponenten DSO, DPO und DIO herunterbrechen, mithilfe derer er sich auch berechnen lässt.

DSO: Days Sales Outstanding

Unter Days Sales Outstanding (DSO) oder auch Forderungslaufzeit versteht man den Zeitraum zwischen dem Rechnungsdatum des Unternehmens und dem Zahlungseingang durch Kund:innen. Diese Kennzahl zeigt an, wie lange das Unternehmen durchschnittlich benötigt, um die Zahlungen seiner Kund:innen zu erhalten. Je kleiner der DSO-Wert, desto besser wirkt sich das auf den CCC der Firma aus.

DPO: Days Payable Outstanding

Days Payable Outstanding (DPO) bezeichnet im Cash-to-Cash-Cycle den Zeitraum zwischen dem Rechnungsdatum des Lieferanten und dem Zahlungseingang durch das Unternehmen. Der DPO-Wert gibt an, wie lange ein Unternehmen benötigt, um seine Rechnungen beim Lieferanten zu begleichen.

DIO: Days Inventory Outstanding

Der Days Inventory Outstanding (DIO) Wert wird auch als Bestandsreichweite bezeichnet. Er sagt aus, wie lange das Kapital in Bestand gebunden ist, zeigt also die Dauer zwischen dem Einkauf von Materialien oder Produkten beim Lieferanten und dem Verkauf dieser an Kund:innen an. Auch hier geben kleine Zahlen an, dass der Geldumschlag des Unternehmens schnell vonstattengeht.

Berechnung Cash Conversion Cycle (Formel)

Der Cash Conversion Cycle, respektive die Geldumschlagsdauer, wird errechnet, indem der DIO- und DSO-Wert addiert werden. Anschließend wird der DPO-Wert subtrahiert. Die Gleichung zur Berechnung des Geldumschlags sieht folgendermaßen aus:

CCC = DIO + DSO – DPO

Cash Conversion Cycle – Der CCC berechnet sich aus DIO, DSO und DPO.
Cash Conversion Cycle – Der CCC berechnet sich aus DIO, DSO und DPO.

5 Methoden, um den Cash Conversion Cycle zu verbessern

Um nun den Cash Conversion Cycle eines Unternehmens zu optimieren, lassen sich verschiedene Methoden anwenden. Im Folgenden stellen wir fünf dieser Methoden vor.

1. DSO senken durch Bezahlen per Vorkasse

In Zeiten von Klarna und AfterPay sind Bezahlungen per Rechnung bei Kund:innen so beliebt wie nie zuvor und eine fantastische Möglichkeit, die Rechnung aufzuschieben. Für Firmen bedeutet der Kauf auf Rechnung oder Ratenzahlung jedoch einen höheren DSO-Wert, also einen längeren Zeitraum zwischen dem Rechnungsdatum und der Begleichung. Biete stattdessen die Zahlung per Vorkasse, Bankeinzug oder Sofortüberweisung an, kann der Days Sales Outstanding Wert erheblich gesenkt werden. Vor allem eine Kombination mit Skonto oder einem Rabatt lockt Kund:innen, stattdessen von dieser Option Gebrauch zu machen.

2. DIO senken durch Optimierung der Lager- und Einkaufsstrategie

Da auch der Days Inventory Outstanding Wert einen Einfluss auf den Cash Cycle hat, solltest Du über eine Optimierung Deiner Lager- und Einkaufsstrategie nachdenken. Vor allem sogenannte Ladenhüter, welche sich schlecht verkaufen und damit den DIO-Wert erhöhen, sollten aus dem Sortiment genommen werden. Zeitgleich schafft man so Platz für neue Produkte, welche sich besser und vor allem schneller verkaufen. Auch Materialien, welche erst für lange Zeit im Lager liegen, können den DIO in die Höhe treiben. Hier könnte der Bestellprozess so angepasst werden, dass diese Materialien erst bestellt werden, wenn sie tatsächlich gebraucht werden, um die durchschnittliche Lagerdauer und entsprechend den Cash Conversion Cycle zu verbessern.

3. DPO senken durch Vereinbarung längerer Zahlungsziele

Auch der Days Payable Outstanding Wert fließt mit ein, wenn der Cash-Conversion-Zyklus berechnet wird – allerdings wird dieser Wert dabei von der Summe aus DIO und DSO abgezogen. Vereinbare also für Dein Unternehmen längere Zahlungsziele mit Deinen Lieferanten, ergibt sich demnach eine höhere DPO-Zahl, die von Deinem CCC-Wert abgezogen wird und ihn somit verringert. Eine gute Beziehung zu Deinen Lieferanten zahlt sich also nicht nur bei den Preis- und Lieferkonditionen aus, sondern macht sich auch beim Geldumschlag bemerkbar.

4. Zahlungsfristen für Kunden:innen festlegen durch ein Kundenzahlungsportal

Es mag kontraproduktiv klingen, Kund:innen selbst über ihre Zahlungsfristen entscheiden zu lassen, da es zu einer Verlängerung des DSO-Werts führen könnte. Tatsächlich bietet es sich dennoch an, Kund:innen mithilfe eines praktischen Kundenzahlungsportals selbst entscheiden zu lassen, wann sie ihre Rechnung begleichen möchten. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeiten, dass Rechnungen tatsächlich pünktlich gezahlt werden, gibt mehr Planungssicherheit und erhöht die Zufriedenheit deiner Kund:innen.

5. Automatisierte Tools für die Kreditorenbuchhaltung verwenden

Nutze automatisierte Kreditorentools, erhalte stets eine aktuelle Übersicht über alle wichtigen Zahlen und Kennziffern. So kannst Du beispielsweise DPO-, DSO-, DIO- und CCC-Werte stets im Blick behalten – und das tagesaktuell. Die richtige Software liefert Dir die nötigen Analyse- und Reportingtools, um die wirtschaftlichsten Entscheidungen für Deine Firma zu treffen und zeigt ebenfalls die Schwachstellen in Deinem Unternehmen auf, an denen Verbesserungen vorgenommen werden sollten. Für eine optimale Wirtschaftlichkeit ist eine Kreditorenbuchhaltungssoftware unentbehrlich.

Cash Conversion Cycle (CCC) – Der Cash-to-Cash Zyklus

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Fazit zum Cash Conversion Cycle (CCC)

Der Cash Conversion Cycle und andere Geldumschlagsdauer-Kennzahlen können wichtige Hinweise darüber geben, wie es um die Kapitalbindung und letztendlich auch die Wirtschaftlichkeit Deines Unternehmens steht. Ziel eines jeden Unternehmens sollte demnach sein, die Kapitalbindung so gering wie möglich zu halten und gebundenes Kapital in kürzester Zeit wieder in ungebundenes Kapital umzuwandeln. 

Um alle wichtigen Kennzahlen bestmöglich im Auge zu behalten und Schwachstellen im Unternehmen akkurat aufzudecken, eignet sich eine clevere Kreditorenbuchhaltungssoftware.

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FAQ mit Fragen und Antworten zum CCC

Wie optimiert man den Cash Conversion Cycle?

Der Cash Conversion Cycle (CCC) kann durch viele kleine Änderungen positiv verändert werden, als konkretes Beispiel etwa durch das Anbieten von Sofort- oder Vorkasse-Zahlungen und eine optimierte Einkaufs- und Lagerstrategie. Wir haben fünf konkrete Maßnahmen zusammengetragen. (Mehr erfahren)

Wie berechnet man den Cash Conversion Cycle?

Die Berechnung des Cash Conversion Cycle erfolgt, indem DIO (Days Inventory Outstanding) und DSO (Days Sales Outstanding) addiert und anschließend der DPO (Days Payable Outstanding) abgezogen wird. Der ausgerechnete Wert entspricht der Geldumschlagsdauer.

Was verrät der Cash Conversion Cycle über das Unternehmen?

Der CCC oder Working Capital Cycle gibt an, wie lange ein Unternehmen benötigt, um Rechnungen an Lieferanten zu begleichen oder, im Gegenzug, wie lange das Unternehmen auf die Begleichung der Rechnungen durch Kund:innen warten. Der Wert gibt also Auskunft darüber, wie das Unternehmen mit Liquidität umgeht und lässt auch Rückschlüsse auf die Wirtschaftlichkeit ziehen.

Was sind gute Cash Conversion Cycle Zahlen?

Zahlungsziele von Lieferanten oder für Kund:innen sowie die übliche Dauer, wie lange ein Produkt nach der Produktion benötigt, um verkauft zu werden, hängen sehr von der Branche ab. Individuelle Cash Conversion Cycle Zahlen können demnach stark variieren. Allgemein betrachtet ist ein Wert zwischen 30 und 60 jedoch ein positives Zeichen für die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens.